Was sind die Aufgaben eines IT-Kaufmanns?
Aktualisiert am 30.06.2025
Morgens, kurz nach acht. Während die Entwickler*innen im Büro die ersten Codezeilen tippen und sich die Technikteams im Stand-up abstimmen, startet Lea den Tag mit einem Blick auf zwei Monitore: links ein ERP-System mit laufenden Angeboten, rechts ein Ticketsystem mit einem neuen Auftrag aus der Fachabteilung.
Lea ist IT-Kauffrau und das bedeutet: Sie bewegt sich täglich genau an der Schnittstelle zwischen Technik und Betriebswirtschaft. Nicht nur verstehen, was IT kann, sondern auch, wie viel sie kosten darf und bringen soll – das ist ihr Job.
IT-Kaufleute kümmern sich um die kaufmännische Seite von IT-Projekten: Sie planen, kalkulieren und koordinieren IT-Systeme und deren Einsatz in Unternehmen. Sie vermitteln zwischen IT-Teams, Management und Kunden und sorgen dafür, dass Technik wirtschaftlich sinnvoll eingesetzt wird.
Inhaltsverzeichnis
- Was macht ein IT-Kaufmann oder eine IT-Kauffrau konkret?
- Technik verstehen – ohne selbst zu programmieren
- Unser Fazit: Ein IT Beruf für Brückenbauer zwischen Technik und Wirtschaft
Was macht ein IT-Kaufmann oder eine IT-Kauffrau konkret?
IT-Kaufleute übernehmen Schnittstellenaufgaben zwischen IT und Geschäftsprozessen. Sie sprechen sowohl die Sprache der Technik als auch die der Zahlen – und kümmern sich darum, dass IT-Lösungen nicht nur funktionieren, sondern sich zudem rechnen.
Lea zum Beispiel begleitet gerade die Einführung einer neuen Projektmanagement-Software für das gesamte Unternehmen. Dafür hat sie im Vorfeld Anforderungen aus den Abteilungen gesammelt, Anbieter verglichen, ein Budget aufgestellt und erste Schulungen geplant. Nebenbei betreut sie laufende IT-Beschaffungen und prüft Lizenzmodelle auf Einsparpotenzial.
Typische Aufgaben:
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Angebote einholen und vergleichen
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IT-Projekte kalkulieren und wirtschaftlich bewerten
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Hardware und Software beschaffen
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Ausschreibungen koordinieren
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Verträge und SLAs prüfen
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Schulungen für neue Systeme organisieren
Der Arbeitsalltag ist oft abwechslungsreich, allerdings nie planlos. Zwischen Tabellen, Tools und Teams bleibt Lea immer der rote Faden: die ökonomisch sinnvolle Umsetzung von Technik im Unternehmen.
Technik verstehen – ohne selbst zu programmieren
Eine Frage bekommt Lea häufig gestellt: „Muss man als IT-Kauffrau eigentlich programmieren können?“ Die Antwort: Nein – aber man sollte wissen, was hinter dem Code steckt.
In Meetings mit der internen IT geht es oft um Schnittstellen, Serverkapazitäten oder Sicherheitsanforderungen. Lea muss das nicht umsetzen, aber sie sollte die Konzepte verstehen und sie so aufbereiten, dass sie dem Management oder externen Partnern vermittelt werden können.
Dieses technische Verständnis in Verbindung mit wirtschaftlichem Denken macht den Beruf so spannend und so gefragt. Denn wer beides spricht, kann vermitteln, erklären, steuern.
Wo arbeiten IT-Kaufleute?
Lea arbeitet zum Beispiel in einem mittelständischen Unternehmen, das Softwarelösungen für das Bauwesen anbietet. Dort ist sie Teil der internen IT, hat aber viel mit Vertrieb, Einkauf und Buchhaltung zu tun.
IT-Kaufleute wie sie finden sich in nahezu allen Branchen:
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in Industrie und Handel
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bei Telekommunikationsanbietern
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in IT-Systemhäusern
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in öffentlichen Einrichtungen
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oder direkt bei Software- und IT-Dienstleistern
Die Aufgaben unterscheiden sich je nach Branche und Unternehmensgröße. Während in kleinen Betrieben oft Allrounder gefragt sind, ist in größeren Organisationen auch die Spezialisierung möglich – z. B. im Einkauf, im IT-Controlling oder im IT-Vertragsmanagement.
Wie wird man IT-Kaufmann oder IT-Kauffrau?
Der klassische Weg führt über die Ausbildung zur/zum Kaufmann/-frau für IT-System-Management. Sie dauert drei Jahre und wird im dualen System absolviert, also im Wechsel zwischen Berufsschule und Betrieb.
Ausbildungsinhalte für IT Kaufleute:
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IT-Grundlagen und Systemarchitekturen
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Geschäftsprozesse und Projektarbeit
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Kundenberatung und Vertriebsprozesse
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Vertragsrecht und Datenschutz
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Kosten- und Leistungsrechnung
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IT-Service und Support
Wer bereits eine Ausbildung oder ein Studium im wirtschaftlichen oder technischen Bereich abgeschlossen hat, kann auch über den Quereinstieg in den Beruf finden. Hilfreich sind dann Weiterbildungen, z. B. in:
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IT-Controlling
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ERP-Systemen wie SAP
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IT-Projektmanagement (z. B. mit IHK-Zertifikat)
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ITIL oder Datenschutzmanagement
Karriereperspektiven und Weiterentwicklung als IT Kaufmann
IT-Kaufleute haben vielseitige Entwicklungsmöglichkeiten. Mit Berufserfahrung und zusätzlichen Qualifikationen ist ein Wechsel in folgende Positionen denkbar:
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IT-Projektleitung
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IT-Controlling oder IT-Consulting
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Key Account Management im IT-Vertrieb
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Leitung von Einkaufsabteilungen oder IT-Teams
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Spezialisierung auf Software-Lösungen oder Branchensysteme (z. B. ERP)
Auch ein berufsbegleitendes Studium – etwa in Wirtschaftsinformatik, IT-Management oder Betriebswirtschaft – ist ein sinnvoller Schritt, wenn man Führungsverantwortung anstrebt oder in strategische Rollen wechseln möchte.
Was verdient ein IT-Kaufmann?
Laut Gehalt.de liegt das durchschnittliche Jahresbruttogehalt bei circa 48.000 Euro. Die meisten IT-Kaufleute verdienen zwischen 42.000 und 55.000 Euro – abhängig von Berufserfahrung, Branche und Unternehmensgröße.
In großen IT-Unternehmen oder in der Industrie fällt das Gehalt häufig größer aus als bei kleinen Dienstleistern oder in der Verwaltung. Auch die Region spielt eine Rolle: In wirtschaftsstarken Ballungsräumen sind die Gehälter in der Regel höher als im ländlichen Raum.
Mit zunehmender Verantwortung, etwa als Projektkoordinatorin, Teamleiterin oder IT-Controller*in, steigen die Gehaltschancen deutlich.
Unser Fazit: Ein IT Beruf für Brückenbauer zwischen Technik und Wirtschaft
Der Beruf des IT-Kaufmanns bzw. der IT-Kauffrau eignet sich für Menschen, die Organisation lieben, sich für Technik interessieren und dabei den ökonomischen Überblick behalten wollen.
Leas Arbeit zeigt: Es geht nicht darum, selbst zu coden – sondern IT mit klarer Planung und Struktur in Unternehmen zu bringen. Wer Spaß daran hat, Prozesse zu verstehen, Systeme zu verbessern und wirtschaftlich zu denken, findet hier ein vielseitiges Berufsfeld mit echten Entwicklungsmöglichkeiten.
Foto: DCStudio – motionarray.com